Gerhard Gottschall
Biografie:
1926 in Geraberg geboren
1932–1940 Volksschule in Geraberg
1940–1943 Lehre als Porzellanmaler in Ilmenau mit Facharbeiterabschluss
1943–1945 Soldat
1945–1946 Verwundung und Gefangenschaft und wurde als Schwerbeschädigter aus der Gefangenschaft entlassen
1946–1948 Studium der Malerei an der Staatlichen Hochschule für Baukunst und Bildende Künste in Weimar bei den Professoren Hanns Hoffmann-Lederer, Otto Herbig und Albert Schaefer-Ast
seit 1948 freischaffend in Weimar
bis 1985 Mitglied im VBK der DDR
1985 in Weimar verstorben
zahlreiche Ausstellungen u.a. in Eisenach, Erfurt, Halle, Jena, Leipzig, Unterwellenborn, Naumburg, Weimar
Ausstellungsbeteiligungen u.a. in Dessau, Eisenach, Erfurt Jena, Weimar, Hämeelinna, Vilnius
Ausstellungen in der Galerie:
08.05.–01.07.2004 "Die Glut der Farben"
sowie bei Ausstellungen "Künstler der Galerie" (zuletzt 2024)
bevorzugte Techniken:
Öl, Enkaustik, Gouache, Mischtechniken
Aquarell, Pastell
Monotypie
Holz- und Kartonschnitt
Radierung
Farbgrafik
![]() Gerhard Gottschall_Haus unter Bäumeno.J., Gouache, Kohle, 22 x 32 cm, (WV978) |
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![]() Gerhard Gottschall_Farbstudie/Sommero.J.(nach1980), Mischtechnik/Acryl, 43 x 28 cm, (WV159) |
![]() Gerhard Gottschall_Weimar, Hinter der Badestubeo.J., Aquarell/Monotypie, 39 x 28 cm, (WV149) |
![]() Gerhard Gottschall_Stralsund, am Hafen1966, Farbmonotypie, Siebdruck, 75 x 47 cm, (WV1053) |
![]() Gerhard Gottschall_ Kircheo.J., Linolschnitt, 22 x 14 cm, (WV485) |
![]() Gerhard Gottschall_Grotteo.J.(nach 1973), Enkaustik, 48 x 74 cm, (WV1043) |
![]() Gerhard Gottschall_Der Weg zum Hauso.J.(nach 1973), Enkaustik, 51 x 74 cm, (WV1024) |
![]() Gerhard Gottschall_Segelbooteum 1967, Pappschnitt, 54 x 40 cm, (WV409) |
![]() Gerhard Gottschall_Dornburger Schlössero.J.(um 1979), Öl, 61 x 42 cm, (WV45) |
![]() Gottschall_Schloss Dornburg/Saaleo.J., Siebdruck, 27 x 19 cm (ehemals Jahresgabe), (WV481) |
![]() Gerhard Gottschall_Alte Weideo.J.(nach 1973), Enkaustik, 75 x 51 cm, (WV229) |
![]() Gerhard Gottschall_Felsen mit Sonneo.J./nach 1973, Enkaustik, 75 x 50 cm, (WV169) |
![]() Gerhard Gottschall_Stürmischer Tag am See1980, Öl, 35 x 48 cm, (WV31) |
![]() Gerhard Gottschall_Häuser am Hang (Weg bergauf)o.J.(nach 1980), Acryl, 73 x 43 cm, (WV7) |
In den Jahrzehnten nach 1945 ließ Gottschall abseits vom offiziellen Kunstbetrieb der damals „sozialistischen Gesellschaft“ ein bemerkenswertes, außergewöhnliches Lebenswerk entstehen. Seine expressive künstlerische Formensprache, die Tiefe und Leuchtkraft seiner Farben sowie seine „keineswegs dem sozialistischen Realismus“ entsprechenden Motive sind für diese Zeit erstaunlich. G. Experimentiert viel und ist ständig auf der Suche nach seinem Ausdrucksverlangen entsprechenden Mitteln. Dabei arbeitet er unkonventionell und eigenschöpferisch in unterschiedlichen Techniken, teilweise miteinander kombiniert, mehrfach unter Einsatz selbstgefertigter Materialien und Arbeitsgeräte.
Staatliche Auszeichnungen und Titel gab es für ihn nicht, aber er verlangte auch nicht danach. Weit wichtiger war ihm sein Schaffen als Bestätigung seiner Daseinsberechtigung. Bedingt durch seine Schwerbehinderung auf Grund einer Verwundung im Krieg schwanden jedoch seine Kräfte mehr und mehr. So hat er das Ende der DDR mit der Aussicht auf einen neuen, befreienden Schaffensschub leider nicht mehr erlebt.
Seiner Gattin ist es jedoch gelungen, den größten Teil seiner Werke zu bewahren. Käthe Gottschall sagte kurz vor ihrem eigenen Ableben:
„Gerhards Leben ist vorzeitig erloschen, aber die Glut seiner Farben blieb uns erhalten. Es wäre doch schön, könnten noch mehr Menschen als bisher daran teilhaben“.
Nach dem Tod Käthe Gottschalls kurz nach ihrem 101. Geburtstag (2025)bewahrt nun der Schwiegersohn das Lebenswerk des Malers und Grafikers Gerhard Gottschall, der zweifelsohne zu den Avantgardisten der Kunst Mitteldeutschlands gehört.
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