Gerda Lepke

Kurzbiografie:

 

1939 in Jena geboren

ab 1941 aufgewachsen in Gera

1966 – 71 Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

seit 1971 freischaffende Künstlerin in Dresden und Gera

1973 – 1989 Arbeitsaufenthalte in Mecklenburg

1989 Mitbegründerin der Dresdner Sezession 89

1992 Künstler-Workshop in Maceio/Brasilien 

1993 Kunstpreis der Stadt Dresden

1996 Bau eines eigenen Atelierhauses in Gera

1996 Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden

lebt und arbeitet in Gera und bei Dresden

 

zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, Arbeiten im privaten und öffentlichen Besitz

Download:

pdf.Flyer 2019

pdf.Poster 2019

pdf.Flyer 2014

pdf.Flyer 2011

Kai Uwe Schierz: aus der Laudatio Oktober 2019

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Romantische Spuren prägen ihr Werk. Romantische Spuren im Sinne von: daß sie eine bestimmte Art und Weise hat, sich Landschaft zu nähern und uns dann diese Landschaft auch nahe zu bringen. Und diese besondere Nähe erzeugt sie durch eine Verwandlung, die sie der gesehenen Landschaft unterzieht. Und diese Verwandlung, und das ist unschwer sofort zu sehen, sowohl in der älteren Arbeit als auch in den gegenwärtigen Arbeiten hat viel mit Offenheit im Malduktus zu tun. Wir sehen bei Gerda Lepke keine geschlossenen Malflächen, sondern wir sehen ganz viele Pinselstriche, wir sehen sogenannte Drippings. Und nun ist Drippings ein eingeführter Begriff in der Malerei. Spätestens seit Jackson Pollock wissen wir etwas damit anzufangen. Aber es ist trotzdem ein Begriff, der Deine Pinseltechnik durchaus beschreibt. Es geht darum, locker in bestimmten, fast musikalischen Rhythmen Farbe auf Fläche aufzutragen und in diesem Farbauftrag immer noch etwas aufscheinen zu lassen. Etwas in dieser Landschaft Erlebtes lebendig halten und das könnte man mit einem Durchpulsen oder auch mit dem Landschaftsatem beschreiben. Diese Landschaft atmet, weil sie so bewegt ist.

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ansonsten gibt es im Schaffen von G.L. eine Vielzahl von Figuren, die sich nicht dem unmittelbaren Aktstudium, also Anschauung der Natur verdanken, obwohl sie sehr wohl auch der Beobachtung entspringen. Aber auch hier geht es nicht darum, etwa zu beschreiben, was wir auch mit den Augen sehen können, auch hier geht es ihr darum, Bewegungsmomente einzufangen, etwas Tänzerisches. ... als würden diese Figuren in permanenter Bewegung sein und als würden wir sie in dieser permanenten Bewegung beobachten und das sind natürlich die Elemente, die Glieder, die am stärksten in Bewegung sind, die sind am wenigsten festgelegt, die können wir auch am wenigsten bildnerisch, zeichnerisch, formal festlegen ... der Begriff Membran. Wenn wir die Oberflächen der Bilder von G.L. anschauen und mal nicht so sehr das Landschaftliche darin sehen, sondern eher die Malhaut, dann ist das eine Malhaut, die wir auch als Membran beschreiben können. D.h. hier gibt es etwas, das ein Davor und ein Dahinter kennzeichnet. Es gibt eine Oberfläche,aber diese Oberfläche bleibt immer offen zwischen dem was davor und dem was dahinter ist. Auch in der asiatischen Kunst, in den Tuschezeichnungen mancher Landschafter der asiatischen Kunst gibt es diese Offenheit, gibt es diese Eigenart, daß das was wir sehen, eigentlich eine Membran ist. Gibt es dieses Fragmentarische, das uns immer wieder Durchblicke in eine unbestimmte offene Weite hinter dem gezeichneten Motiv eröffnet und erlaubt und diese offene Weite in der asiatischen traditionellen Tuschemalerei bedeutet das „All Eine" ...

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